Technische Dokumentation
Technische Dokumentation ist die vom Hersteller zusammenzustellende Unterlagensammlung, mit der Konstruktion, Herstellung, Funktionsweise, Risikobewertung und Rechtskonformität eines Produkts nachvollziehbar belegt werden. Inhalt und Aufbewahrungsdauer richten sich nach dem jeweils anwendbaren Produktrecht. Typisch sind Produktbeschreibung, Zeichnungen, Stücklisten, Prüfberichte, Normennachweise, Risikobeurteilung und Gebrauchsanleitung. Die Dokumentation muss aktuell, konsistent und für Marktüberwachungsbehörden innerhalb der vorgeschriebenen Frist verfügbar sein; bloße Werbeunterlagen genügen nicht.
Rechtliche Bedeutung
Technische Unterlagen ermöglichen die nachträgliche Kontrolle einer vor dem Inverkehrbringen getroffenen Sicherheits- und Konformitätsentscheidung.
Pflichten und Folgen
Änderungen an Produkt, Software, Fertigung oder Normen sind nachzuführen. Unvollständige Unterlagen können selbst einen Konformitätsverstoß begründen und Maßnahmen auslösen.
Beispiel
Für ein vernetztes Haushaltsgerät dokumentiert der Hersteller Schaltpläne, Softwarestände, Prüfungen, Risiken und die Umsetzung einschlägiger Sicherheitsanforderungen.
Häufige Fragen
Wer erstellt die Dokumentation?
Verantwortlich ist grundsätzlich der Hersteller, auch wenn Fachstellen einzelne Nachweise zuliefern.
Muss sie öffentlich sein?
Nein. Sie ist vor allem für Behörden bereitzuhalten; Verbraucher erhalten die gesetzlich vorgesehenen Sicherheitsinformationen.
Wie lange ist sie aufzubewahren?
Das bestimmt der jeweilige Rechtsakt; häufig gelten mehrjährige Fristen ab Inverkehrbringen.
Weiterführende Hinweise
Ergänzend sind die Wörterbuchartikel Produktsicherheit, Verbraucherschutz, Produktfehler und Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG) hilfreich. Maßgebliche, nicht werbliche Informationen enthält Beschluss Nr. 768/2008/EG.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.