|

Angeklagter

Angeklagter ist der Beschuldigte oder Angeschuldigte, gegen den das Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens beschlossen hat. Der Begriff gehört zum Strafrecht oder Strafprozessrecht und bestimmt die Einordnung einer Tat, die Stellung eines Beteiligten oder den Ablauf des Verfahrens. Seine Voraussetzungen und Rechtsfolgen richten sich nach den einschlägigen Strafgesetzen. Rechtsprechung und Verfahrensgrundrechte prägen die Anwendung im Einzelfall. Eine sorgfältige Abgrenzung zu verwandten Begriffen ist regelmäßig erforderlich.

Rechtliche Bedeutung

Mit dem Eröffnungsbeschluss beginnt die Stellung als Angeklagter. Ihm stehen insbesondere rechtliches Gehör, Schweigerecht, Beweisantragsrechte und unter gesetzlichen Voraussetzungen notwendige Verteidigung zu.

Voraussetzungen und Folgen

undefined

Beispiel

Das Gericht lässt die Anklage zur Hauptverhandlung zu; damit wird der Angeschuldigte zum Angeklagten.

Häufige Fragen

Welche Bedeutung hat Angeklagter?

Der Begriff beeinflusst die rechtliche Bewertung, den Fortgang des Strafverfahrens oder die Rechte und Pflichten eines Verfahrensbeteiligten.

Kann die Entscheidung überprüft werden?

Je nach Maßnahme oder Verfahrensstand bestehen Einwendungen, Anträge oder besondere Rechtsbehelfe nach der Strafprozessordnung.

Verwandte Begriffe

Strafrecht, Prozessrecht, Strafantrag, In dubio pro reo

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Berufungsgericht

    Ein Berufungsgericht ist das Gericht der nächsthöheren Instanz, das ein erstinstanzliches Urteil auf ein zulässiges Berufungsrechtsmittel überprüft. Die Berufung eröffnet regelmäßig eine weitere Tatsacheninstanz, deren Umfang je nach Verfahrensordnung unterschiedlich begrenzt ist. Im Zivilprozess sind Landgericht oder Oberlandesgericht, im Strafprozess Landgericht beziehungsweise kleine Strafkammer typische Berufungsgerichte. Das Berufungsgericht kann die Entscheidung bestätigen, ändern, aufheben oder…

  • |

    Zivilbevölkerung im humanitären Völkerrecht

    Zivilbevölkerung im humanitären Völkerrecht ist die Gesamtheit der Personen, die nicht Angehörige der Streitkräfte oder sonst Kombattanten sind. Sie darf weder als solche noch durch unterschiedslose Angriffe zum Ziel gemacht werden. Konfliktparteien müssen zwischen militärischen Zielen und zivilen Personen sowie Objekten unterscheiden, Vorsichtsmaßnahmen treffen und unverhältnismäßige Begleitschäden vermeiden. Einzelne Zivilpersonen verlieren den unmittelbaren Angriffsschutz nur…

  • |

    Beweisanregung

    Eine Beweisanregung ist der formlose Hinweis eines Verfahrensbeteiligten an das Strafgericht, eine bestimmte Beweiserhebung zu erwägen. Anders als ein förmlicher Beweisantrag enthält sie nicht notwendig eine bestimmte Tatsachenbehauptung und ein konkret bezeichnetes Beweismittel oder beansprucht keine Entscheidung nach den besonderen Ablehnungsregeln. Das Gericht muss die Anregung im Rahmen seiner Amtsaufklärung berücksichtigen. Ob es ihr folgt,…

  • Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht

    Der Erziehungsgedanke ist das leitende Prinzip des Jugendstrafrechts. Rechtsfolgen und Verfahren sollen vor allem darauf ausgerichtet sein, erneuten Straftaten des Jugendlichen oder Heranwachsenden entgegenzuwirken. Maßgeblich ist deshalb nicht nur die Schwere der Tat, sondern auch der individuelle Erziehungsbedarf. Der Erziehungsgedanke erlaubt jedoch keine unbegrenzten Eingriffe: Schuldprinzip, Verhältnismäßigkeit und rechtsstaatliche Verfahrensgarantien bleiben verbindlich. Rechtliche Einordnung §…

  • |

    Beweisantragsrecht

    Beweisantragsrecht ist das Recht der Verfahrensbeteiligten, insbesondere des Angeklagten und seines Verteidigers, in der strafrechtlichen Hauptverhandlung die Erhebung eines bestimmten Beweises zu einer konkret behaupteten Tatsache zu verlangen. Ein förmlicher Beweisantrag muss Beweistatsache und Beweismittel bestimmt bezeichnen und erkennen lassen, warum das Mittel die Tatsache bestätigen kann. Das Gericht darf ihn nur aus gesetzlich geregelten…

  • |

    Anerkenntnisurteil

    Anerkenntnisurteil ist ein Urteil, das ergeht, wenn der Beklagte den vom Kläger geltend gemachten Anspruch im Prozess ganz oder teilweise anerkennt. Das Gericht prüft dabei grundsätzlich nicht, ob der Anspruch materiell-rechtlich besteht, wohl aber die Prozessvoraussetzungen und die Wirksamkeit des Anerkenntnisses. Das Urteil kann ohne mündliche Verhandlung erlassen werden. Seine Kostenfolgen hängen insbesondere davon ab,…