Kollektive Sicherheit
Kollektive Sicherheit ist ein System, in dem Staaten vereinbaren, Friedensbedrohungen und Angriffen gemeinsam durch institutionelle Maßnahmen entgegenzutreten. Anders als ein Verteidigungsbündnis richtet sich das System grundsätzlich nicht gegen einen bestimmten äußeren Gegner, sondern gegen jeden Friedensstörer innerhalb seines Anwendungsbereichs. Das wichtigste universelle System ist die Vereinten Nationen mit dem UN-Sicherheitsrat. Dieser kann verbindliche Sanktionen beschließen und militärische Maßnahmen autorisieren.
Funktionsweise
Die Mitgliedstaaten übertragen einem gemeinsamen Organ die Feststellung einer Friedensbedrohung und die Entscheidung über Reaktionen. Maßnahmen reichen von diplomatischen und wirtschaftlichen Sanktionen bis zur Ermächtigung militärischer Gewalt.
Abgrenzung zur kollektiven Selbstverteidigung
Kollektive Selbstverteidigung reagiert auf einen bewaffneten Angriff und setzt grundsätzlich ein Ersuchen des angegriffenen Staates voraus. Kollektive Sicherheit beruht dagegen auf einer institutionellen Entscheidung des zuständigen Organs.
Beispiel
Der Sicherheitsrat stellt eine Friedensbedrohung fest und verpflichtet alle Mitgliedstaaten, bestimmte wirtschaftliche Sanktionen umzusetzen.
Häufige Fragen
Ist die NATO ein System kollektiver Sicherheit?
Sie ist vor allem ein Bündnis kollektiver Verteidigung; ihr Grundmodell unterscheidet sich vom universellen UN-System.
Kann die Generalversammlung verbindliche Militärmaßnahmen anordnen?
Grundsätzlich nicht. Die zentrale Befugnis liegt beim Sicherheitsrat.
Verwandte Begriffe
Selbstverteidigungsrecht, Gewaltverbot, Sanktion, Sicherheitsrat, Friedenssicherung.
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