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    Information von Gewaltopfern

    Information von Gewaltopfern bezeichnet die rechtzeitige und verständliche Aufklärung eines Betroffenen über verfügbare Unterstützung, rechtliche Schutzmaßnahmen und einschlägige Verfahrensrechte. Artikel 19 der Istanbul-Konvention verlangt angemessene Informationen in einer Sprache, die das Opfer versteht. Artikel 56 ergänzt dies für Ermittlungen und Gerichtsverfahren unter den Bedingungen des innerstaatlichen Rechts. Die Informationspflicht soll selbstbestimmte Entscheidungen ermöglichen. Sie ist…

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    Gewaltprävention

    Gewaltprävention bezeichnet Maßnahmen, die das Entstehen oder die Wiederholung von Gewalttaten verhindern sollen. Dazu gehören Aufklärung, fachliche Fortbildung, frühzeitige Unterstützung, geeignete Täterprogramme und abgestimmte institutionelle Schutzkonzepte. Die Istanbul-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten zu entsprechenden gesetzlichen und praktischen Schritten gegen die von ihr erfassten Gewaltformen. Das Gewalthilfegesetz zählt Prävention ausdrücklich zu den Aufgaben des Hilfesystems. Präventive Maßnahmen…

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    Verpflichtende Mediation bei Gewalt

    Verpflichtende Mediation bei Gewalt ist die erzwungene Teilnahme an einem vermittelnden Streitbeilegungsverfahren im Zusammenhang mit Gewalthandlungen. Artikel 48 der Istanbul-Konvention verlangt das Verbot verpflichtender alternativer Streitbeilegung, einschließlich Mediation und Schlichtung, für alle von der Konvention erfassten Gewaltformen. Ein Opfer soll nicht gezwungen werden, Schutz oder Rechtsverfolgung durch Verhandlungen mit dem Täter zu ersetzen. Die Vorschrift…

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    Unterstützung bei Menschenrechtsbeschwerden

    Unterstützung bei Menschenrechtsbeschwerden bezeichnet Information und fachkundige Hilfe, damit ein Betroffener einen einschlägigen regionalen oder internationalen Beschwerdemechanismus sachgerecht nutzen kann. Artikel 21 der Istanbul-Konvention verlangt Zugang zu Informationen über anwendbare Individual- und Kollektivbeschwerden und die Förderung sensibler Unterstützung für Gewaltopfer. Die Hilfe verändert weder Zuständigkeit noch Zulässigkeitsvoraussetzungen des jeweiligen Verfahrens. Insbesondere schafft die Istanbul-Konvention selbst…

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    Kind als Gewaltzeuge

    Ein Kind als Gewaltzeuge ist ein Minderjähriger, der Gewalt gegen einen anderen Menschen miterlebt und dadurch eigenen Schutz- und Unterstützungsbedarf haben kann. Die Istanbul-Konvention verlangt die Berücksichtigung seiner Rechte und Bedürfnisse sowie altersgerechte psychosoziale Beratung. Maßgeblich ist das Kindeswohl. Der Begriff ist weiter als die förmliche Stellung als Zeuge in einem Gerichtsverfahren. Das Gewalthilfegesetz erfasst…

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    Risikoanalyse bei häuslicher Gewalt

    Risikoanalyse bei häuslicher Gewalt ist die strukturierte Einschätzung der Gefahr tödlicher, schwerwiegender oder wiederholter Übergriffe in einer konkreten Beziehungssituation. Artikel 51 der Istanbul-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten, entsprechende Bewertungen durch relevante Behörden sicherzustellen und darauf abgestimmten Schutz zu organisieren. Der Zugang des Täters zu Schusswaffen ist ausdrücklich zu berücksichtigen. Die Analyse unterstützt Entscheidungen über Schutzmaßnahmen, ist…

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    Wirtschaftliche Gewalt

    Wirtschaftliche Gewalt bezeichnet den missbräuchlichen Einsatz finanzieller oder wirtschaftlicher Abhängigkeit, um einen anderen Menschen zu kontrollieren, zu schädigen oder seine eigenständige Lebensführung zu behindern. Der Begriffsrahmen der Istanbul-Konvention erfasst wirtschaftliche Schäden und Leiden als mögliche Gewaltfolgen. Beispiele können die gezielte Entziehung verfügbarer Mittel oder die erzwungene Kontrolle über Einkommen sein. Der Ausdruck begründet jedoch keinen…

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    Psychische Gewalt

    Psychische Gewalt bezeichnet Verhaltensweisen, die die seelische Integrität eines Menschen durch Einschüchterung, Drohungen, Erniedrigung oder kontrollierende Übergriffe beeinträchtigen. Sie kann ohne körperliche Verletzung auftreten. Artikel 33 der Istanbul-Konvention verlangt die strafrechtliche Erfassung vorsätzlicher schwerwiegender Beeinträchtigungen durch Nötigung oder Drohungen. Im deutschen Recht richtet sich die Strafbarkeit nach konkreten Tatbeständen; der allgemeine Ausdruck ersetzt deren Voraussetzungen…

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    Täterarbeit

    Täterarbeit bezeichnet fachlich angeleitete Maßnahmen, die einen gewaltausübenden Menschen zur Übernahme von Verantwortung und zur Veränderung seines gewalttätigen Verhaltens befähigen sollen. Im Bereich häuslicher Gewalt soll sie insbesondere erneute Übergriffe verhindern. Artikel 16 der Istanbul-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten, entsprechende Programme einzurichten oder zu unterstützen. Vorrang haben Sicherheit, Unterstützung und Menschenrechte des Opfers. Täterarbeit ersetzt weder…

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    Sekundäre Viktimisierung

    Sekundäre Viktimisierung bezeichnet zusätzliche Schädigungen eines bereits von Gewalt betroffenen Menschen durch den Umgang anderer Personen oder Institutionen mit dem ursprünglichen Übergriff. Sie kann etwa durch herabsetzende Behandlung, ungerechtfertigte Schuldzuweisungen oder vermeidbar belastende Verfahrensabläufe entstehen. Die Istanbul-Konvention verlangt, solche weiteren Belastungen bei Schutz und Unterstützung zu vermeiden. Der Begriff beschreibt eine Schutzperspektive, keinen selbständigen Straftatbestand….