|

Klageerhebung

Klageerhebung bezeichnet die Einleitung eines Zivilprozesses durch Einreichung einer Klageschrift bei Gericht. Die Klage muss insbesondere Parteien, Gericht, Gegenstand und Grund des erhobenen Anspruchs sowie einen bestimmten Antrag erkennen lassen. Mit der Einreichung wird die Sache anhängig; Rechtshängigkeit tritt grundsätzlich erst mit wirksamer Zustellung an den Beklagten ein. Die Klageerhebung wahrt wichtige Fristen, wenn die Zustellung demnächst erfolgt und der Kläger Verzögerungen nicht zu vertreten hat.

Rechtliche Bedeutung

Sie legt Streitgegenstand und gerichtliches Verfahren fest. Das Gericht prüft zunächst Zuständigkeit und weitere Prozessvoraussetzungen.

Voraussetzungen und Folgen

Ein Käufer verlangt Rückzahlung des Kaufpreises und reicht eine Klage mit beziffertem Antrag und Sachverhalt beim Landgericht ein. Nach Zustellung an den Verkäufer ist der Anspruch rechtshängig.

Beispiel

Die Klageschrift muss den Anforderungen des § 253 ZPO entsprechen. Bei behebbaren Mängeln kann das Gericht Hinweise erteilen; die Zustellung setzt regelmäßig den Gerichtskostenvorschuss voraus.

Häufige Fragen

Wann beginnt der Prozess?

Mit Einreichung wird die Klage anhängig; Rechtshängigkeit entsteht grundsätzlich durch Zustellung.

Muss der Antrag beziffert sein?

Bei Geldforderungen grundsätzlich ja, sofern keine anerkannte Ausnahme greift.

Kann eine Frist durch Einreichung gewahrt werden?

Ja, wenn die Zustellung demnächst erfolgt und der Kläger alles Erforderliche rechtzeitig veranlasst.

Weiterführende Hinweise

Siehe auch Prozessvoraussetzungen, Zulässigkeit einer Klage, Rechtsweg, Einstweiliger Rechtsschutz und Rechtshängigkeit. Vertiefend: Zivilrecht FAQ und gesetzliche Grundlage.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Testierfreiheit

    Testierfreiheit ist die Befugnis eines Erblassers, durch Testament oder Erbvertrag grundsätzlich selbst zu bestimmen, wer sein Vermögen nach dem Tod erhält. Sie umfasst die Entscheidung, gesetzliche Erben einzusetzen oder auszuschließen, Vermächtnisse anzuordnen und weitere letztwillige Regelungen zu treffen. Grenzen ergeben sich insbesondere aus Formvorschriften, Pflichtteilsrecht, Sittenwidrigkeit und gesetzlichen Verboten. Die Freiheit ist zivilrechtlich ausgestaltet und…

  • |

    Gegenerklärung im Revisionsverfahren

    Die Gegenerklärung im Revisionsverfahren ist die Stellungnahme des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft zu den vom Revisionsführer erhobenen Verfahrensrügen. Nach Eingang der Revisionsbegründung kann insbesondere das Ausgangsgericht tatsächliche Vorgänge aus der Hauptverhandlung erläutern, die für die Beurteilung einer Rüge bedeutsam sind. Die Erklärung darf das Sitzungsprotokoll nicht beliebig ersetzen oder neue Urteilsgründe schaffen. Sie wird dem…

  • Verzicht

    Verzicht bezeichnet im Prozessrecht die Erklärung des Klägers, den geltend gemachten prozessualen Anspruch nicht weiterzuverfolgen. Auf Antrag kann ein Verzichtsurteil ergehen, durch das die Klage als unbegründet abgewiesen wird. Der prozessuale Verzicht ist von Klagerücknahme und materiell-rechtlichem Forderungsverzicht zu unterscheiden. Wegen der rechtskraftfähigen Sachentscheidung hat er regelmäßig weitergehende Folgen als eine bloße Rücknahme der Klage….

  • | |

    Letter of Intent

    Ein Letter of Intent ist eine meist schriftliche Absichtserklärung im Vorfeld komplexer Vertragsverhandlungen. Er hält Verhandlungsstand, Ziele, Zeitplan oder Prüfungen fest, ohne regelmäßig bereits zum Abschluss des Hauptvertrags zu verpflichten. Einzelne Bestimmungen können dennoch verbindlich sein, etwa Vertraulichkeit, Exklusivität, Kostenverteilung oder anwendbares Recht. Entscheidend sind Wortlaut und Gesamtumstände. Eine unberechtigte Beendigung fortgeschrittener Verhandlungen kann unabhängig…

  • | | |

    Offensichtlich unbegründete Beschwerde

    Eine offensichtlich unbegründete Beschwerde ist eine Menschenrechtsbeschwerde, bei der bereits aufgrund einer vorläufigen Prüfung kein vertretbarer Anhaltspunkt für eine Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention erkennbar ist. Nach Art. 35 Abs. 3 Buchst. a EMRK erklärt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine solche Beschwerde für unzulässig. Der Begriff bedeutet nicht zwingend, dass die Eingabe missbräuchlich oder völlig…

  • |

    Beschuldigter

    Ein Beschuldigter ist eine Person, gegen die ein strafrechtlicher Anfangsverdacht besteht und gegen die das Verfahren erkennbar als Verdächtigen geführt wird. Die Beschuldigtenstellung kann durch einen förmlichen Ermittlungsakt oder durch den nach außen hervortretenden Verfolgungswillen der Strafverfolgungsbehörden entstehen. Mit ihr sind besondere Verteidigungsrechte verbunden, vor allem das Recht zu schweigen und einen Verteidiger zu befragen….